Jesus wird verurteilt und stirbt am Kreuz. Nachmittags um die dritte Stunde ruft er: «Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist». Jesus stirbt, um uns das Leben zu geben. Wenn wir an Karfreitag die Kirche betreten sind die Weihwasserbecken leer, die Glocken bleiben stumm. Es brennen keine Kerzen und der Altar ist leer und kahl. Der offene, leere Tabernakel symbolisiert: Jesus ist gestorben. An Karfreitag feiern wir einen wesentlichen Teil unseres Glaubens: Hätte Jesus nicht gelitten und wäre er nicht für uns gestorben, dann wäre seine Auferstehung an Ostern nicht möglich. Im Gottesdienst erzählen die Lesungen vom Leiden und Sterben, feierliche Fürbitten folgen und die Kreuzverehrung. Nach dem Schlussgebet gehen alle in Stille, das Kreuz bleibt in der leeren, dunklen Kirche zurück. Wenige brennende Kerzen sind ein kleines Zeichen dafür: Das Licht Gottes überwindet auch das dunkelste Böse.
Bild: Kreuzigungsgruppe aus dem ehemaligen Kapuzinerinnenkloster Wattwil/Sabine Rüthemann
