«Prozess Neuland» so nennt sich die Entwicklung im Bistum, welche zum Ziel hat, dass Kirche auch in Zukunft nahe bei den Menschen ist. Alle auf Augenhöhe, eine lebensbejahende, inklusive Kirche, wo jede Person mit ihren Fähigkeiten und Talenten gefragt ist, welche autobiografische Entwicklung wertschätzt und fördert und die Gewissheit hat, dass die Zusage Gottes allen Menschen gilt. Das ist Neuland!
Jede Woche schreibt eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger zum kommenden Sonntagsevangelium eine biblische Inspiration, in der der Grundgedanke vom Prozess Neuland aufgenommen ist.
Aus dem Evangelium vom 26. Mai 2019, 6. Sonntag der Osterzeit, Joh 14,23-29
Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen. Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat. Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.
Gedanken zum Evangelium
Als Christen sind wir gefordert am Wort Jesu festzuhalten, damit wir in Liebe mit ihm verbunden bleiben. Liebe ist nicht punktuell. Liebe ist voranschreitend. Darum muss sich unser Festhalten am Wort immer weiter entwickeln.
Jede Generation von Christen hat das getan, was in unserem Bistum Neuland heisst. Gemeinsam das Wort in die Notwendigkeiten der Zeit übertragen. Kraft, Stütze und Antrieb in diesem liebenden Ringen ist der Geist, der uns an das Wort erinnert und an ihm festhalten lässt.
Jesus kennt unsere Sorgen und schenkt uns seinen Frieden. Explizit nicht irdischen Frieden, also Abwesenheit von Krieg. Der Friede Christi ist die Zusage an uns, dass wir – an seinem Wort festhaltend – in der Gewissheit leben dürfen, in jeder Lebenssituation von Gott getragen zu sein.
Dies unterstreicht er in den Ostertagen. Sich selbst fest am Wort des Vaters haltend, betritt er Neuland und zeigt die Dimensionen der Grösse des Vaters auf. Wir dürfen dies als Mutmacher für uns ansehen: Im Festhalten an Gottes Wort können wir gemeinsam Neuland betreten.
