Dominik, du bist im Pastoralamt des Bistums St. Gallen in der Abteilung Pastorale Entwicklung und Beratung tätig – mit was beschäftigst du dich in deiner Arbeit?
Mich beschäftigt die Entwicklungen der Kirche im Bistum St. Gallen. Insbesondere bei Pastoralteams, aber auch, wenn es um die Gesamtentwicklung geht. Ich unterstütze Pastoralteams ganz besonders bei der Entwicklung von Seelsorgekonzepten. Ein wichtiges Stichwort in meiner Arbeit ist Synodalität. Synodalität ist in meinem Verständnis eine Haltung, die davon ausgeht, dass alle Gläubigen miteinander «Kirche» sind und miteinander «Kirche» entwickeln. Entsprechend ist es äusserst relevant aufeinander zu hören und zwar in einer tiefen Weise. Es ist erstaunlich, welche generative Kraft ein tiefes Zuhören hat. Aus meiner Sicht ist es entscheidend, dass dabei die ganze Breite, die in der Katholischen Kirche vorhanden ist, gemeinsam die Kirche vorantreibt und so ins 21. Jahrhundert führt.
Was ist deine Lieblingsbeschäftigung ausserhalb deiner Arbeit?
Ich bin sehr musikinteressiert. Dementsprechend dreht sich bei mir vieles um Musik. Hauptsächlich spiele ich E-Bass, habe aber vor einigen Jahren auch begonnen, mir das Klavierspielen selbst beizubringen. Das funktioniert erstaunlich gut. Ich habe dadurch gelernt loszulassen. Ganz im Sinne des Satzes: Alle haben gesagt, das geht nicht und dann kam einer, der wusste das nicht und hat es gemacht. Ausserdem fahre ich gerne Velo.
Was nimmst du auf eine einsame Insel mit?
Um Musik hören zu können, würde ich mein Handy mitnehmen. Zudem würde ich ein Universaltool, mit dem ich zum Beispiel Palmen fällen und bearbeiten könnte, und Schnur mitnehmen. So könnte ich mir damit eine nützliche Infrastruktur bauen. Generell fasziniert es mich, einen Ort so einzurichten, dass man Freude daran hat. Das kommt aus der Zeit, in der ich in der Jungwacht war.
Welche Superkraft würdest du gerne besitzen?
Ich würde gerne Gedanken lesen können, um Konflikte besser zu verstehen. Denn oft trauen sich die Menschen nicht, das zu sagen, was sie bedrückt. Wenn ich also ihre Gedanken lesen könnte, würde das meine Arbeit vielleicht erleichtern, möglicherweise aber auch erschweren. Ob es also die beste Superkraft wäre, wiess ich trotz Neugier nicht sicher.
Welche Geschichte aus der Bibel beeindruckt dich?
Mich beeindruckt die Geschichte mit dem Sturm auf dem Wasser. Alle haben Panik, nur Jesus schläft. Irgendwann steht er auf und fragt die anderen, warum sie Angst haben, und beruhigt den Sturm. Für mich ist das eine wichtige Inspiration, wenn ich selbst mal einen Sturm in mir habe. Dies kommt ja schon hin und wieder vor. Die Geschichte macht mir immer wieder bewusst, dass ich mich stets begleitet und unterstützt wissen darf. Darauf dürfen wir vertrauen.
Für die Zukunft der Kirche wünsche ich mir…
… dass wir Grenzen überwinden, die Grenzen des eigenen Verständnisses von Kirche. Mich interessiert die Vielfalt und ich bin davon überzeugt, dass sie uns weiterbringt. Wenn wir es schaffen, einander zuzuhören und nicht nur auf uns selbst zu schauen, werden wir als Kirche eine gute Zukunft haben. Wir sollten Spass haben an dem, was wir tun.
Die Texte und Fotos für diese Porträts hat Fabio Brändle gemacht. Fabio ist während seines vierwöchigen Praktikums in den Ordinariatsalltag eingetaucht, hat die Mitarbeitenden kennengelernt und interviewt. Wir danken Fabio für seinen Einsatz.
