«Ich wünsche mir von diesem Tag, dass ich den Alltagsstress ablegen kann und dass ich die handyfreie Zeit geniessen und schöne Zeiten mit den Mitmenschen erleben kann», sagt Jonas aus Gossau. Jugendliche aus dieser Seelsorgeeinheit haben sich im Rahmen der Vorbereitung auf ihre Firmung auf einen Pilgerweg nach Einsiedeln begeben. Ihre Erfahrungen haben sie in einem YouTube-Video von kath.ch festgehalten. Offen und ehrlich sprechen die Jugendlichen über ihre Gefühle und Hoffnungen. «Ich erwarte von diesem Tag, dass ich meine Sorgen mit auf den Weg nehmen, sie in Einsiedeln verarbeiten und dass ich mit freiem Kopf zurückkehren kann», sagt Flavia.
Begleitet wurden die Jugendlichen von Seelsorger Simon Sigg. «Wir wollen den jungen Menschen auf diesem Weg zeigen, dass das ‹Pilgern der Hoffnung› eben auch Hoffnung bringen kann. Glaube versetzt Berge».
Ein sehenswerter Beitrag über Jugendliche, die in diesem Jahr wie viele andere auch als «Pilger der Hoffnung» unterwegs waren und sich aus eigenem Antrieb auf einen spirituellen Weg begeben haben.
Toni Inauen empfängt die Pilgerinnen und Pilger
Pilgern liegt im Trend – gerade auch bei jüngeren Menschen. Das weiss auch Toni Inauen. Als Hospitalero in der Pilgerherberge St. Gallen kümmert er sich um den Empfang der Pilgerinnen und Pilger und sorgt dafür, dass immer alles sauber ist. Dabei begegnet er Menschen, die ihre erste Pilgerreise unternehmen, und anderen, die schon viele Kilometer gepilgert sind. In der Pilgerherberge gibt es einen Aufenthaltsraum, einen Wohnraum und Schlafmöglichkeiten in drei Zimmern für insgesamt zehn Personen. «Meistens können sich die Pilger gut auf die drei Zimmer verteilen und haben dann ihren Frieden», sagt Inauen in einem Video auf YouTube, realisiert von kath.ch. Am Pilgern fasziniere ihn am meisten die Natur. Wenn Toni Inauen pilgert, ist er bereits um 5 oder 6 Uhr morgens unterwegs. «Wenn die Natur erwacht. Diese Ruhe zu geniessen ist unglaublich.»
St. Gallen hat besondere Bedeutung
St. Gallen ist ein wichtiger Pilgerort in der Schweiz. Mehrere Pilgerwege führen durch die Gallusstadt. Zum einen der Jakobsweg, der von Tschechien, Deutschland, durch die Schweiz über Frankreich nach Spanien führt. Der zweite Pilgerweg ist der Kolumbansweg. Er zieht sich von Irland bis nach Italien. Der dritte Weg, die Via Francisca, führt nach Italien und dort über die Via Francigena bis nach Rom. «Die meisten Pilger, die hier durchgehen, sind auf dem klassischen Jakobsweg unterwegs», sagt Toni Inauen.
Am 28. Dezember 2025 wird das Heilige Jahr 2025 im Bistums St. Gallen offiziell beendet – mit einem Pontifikalamt um 10.30 Uhr in der Kathedrale. Alle Gläubigen sind herzlich eingeladen.



