In einem feierlichen Gottesdienst in der katholischen Kirche Eschenbach nahm Bischof Beat Grögli am Samstag, 6. September, die Seelsorgerinnen Brigitte Blöchlinger (Katholische Kirche Eschenbach/Seelsorgeeinheit Eschenbach), Jutta Schubiger (Seelsorgeeinheit Obersee), Carolin Brändle (Seelsorgeeinheit Werdenberg) sowie die Religionspädagoginnen Maria Möstl (Seelsorgeeinheit Mittleres Sarganserland), Sabine Kutsch (Seelsorgeeinheit Wil), Helena Meier-Ammann (Seelsorgeeinheit St.Gallen Ost) und Religionspädagoge Ralf Wagner (Seelsorgeeinheit Oberbüren-Niederbüren-Niederwil) durch die Feier der Institutio in den kirchlichen Dienst im Bistum St. Gallen auf. Damit erhalten sie die zeitlich unbefristete Missio als Mitarbeitende im pastoralen Dienst im Bistum St. Gallen. Mit dabei sind auch Ingrid Krucker und Martin Rusch vom Regensamt. Sie haben die Sieben während ihrer Ausbildung nah begleitet.
«Die Institutio und damit die Aufnahme in den kirchlichen Dienst unterstreicht für mich auch die Ernsthaftigkeit meines Berufes mit allen Pflichten und Rechten», sagt Jutta Schubiger im Vorfeld der Institutio. Diese bedeutet für sie das offizielle Ende ihrer 8-Jährigen Ausbildung. «Es ist ein schöner, weiterer Meilenstein in meinem Leben.» Besonders freut sie sich darauf, die in den vergangenen Jahren geknüpften Kontakte zu vertiefen.
Während des Gottesdienstes erklärten die ‘glorreichen Sieben’, wie Bischof Beat sie nennt, ihre Bereitschaft, sich in den Dienst Gottes zu stellen.
«Nach langem Weg am Ziel»
Für Jutta Schubiger und die anderen sechs beginnt mit der Institutio ein neuer Lebensabschnitt. Auch Maria Möstl fühlt sich ‘angekommen’: «EinZiel, welches durch einen langen Weg endlich erreicht wurde. Der Weg war geprägt von vielen Erfahrungen, Herausforderungen und wertvollen Begegnungen, die mich auf meinem Glaubens- und Lebensweg gestärkt und begleitet haben» sagt die Religionspädagogin. Sie nehme die Aufgaben, die ihr übertragen werden, mit grossem Respekt an, und möchte ihren Dienst in Wertschätzung und Offenheit gestalten. «Es erfüllt mich mit Freude, meine Berufung in einer Kirche ausüben zu dürfen, die sich den Herausforderungen der Zukunft stellt, dafür offen ist und zugleich den Menschen in ihrer ganzen Vielfalt zugewandt ist. Besonders schön ist es, Menschen auf ihrem Glaubensweg zu begleiten, ihre Fragen und Bedürfnisse ernst zu nehmen und in allen Lebenslagen für sie da zu sein – ob Kind, Jugendliche oder Erwachsene.»
«Wichtige Station auf dem Lebensweg»
Die Institutio bedeutet für alle Teilnehmenden einen besonderen Tag. «Ich freue mich sehr auf diesen Tag und auf alle Menschen, die sich mit mir freuen und mit mir auf dem Weg sind», sagte Brigitte Blöchlinger vor der Feier. Die Seelsorgerin aus der Seelsorgeeinheit Eschenbach bezeichnet die Institutio als wichtige Station auf ihrem persönlichen Lebensweg und eine bewusste Handlung. «Die Institutio ist Ausdruck meiner Entscheidung, für diese Kirche und konkret in unserem Bistum, zu arbeiten. Sie ist aber auch eine Zusage des Bischofs an mich als Seelsorgerin. Das ist für mich wesentlich: Ich bin in eine Gemeinschaft eingebunden und stehe im Dienst. Es ist nicht nur mein ‘Wunsch’, sondern auch ein Auftrag, eine Aufgabe, eine Berufung.»
Ein grosser Schritt und eine bewusste Entscheidung
Ein bisschen angespannt und mit gemischten Gefühlen sah Religionspädagogin Helena Meier-Ammann dem Samstag entgegen. «Einerseits freue ich mich auf den Gottesdienst und das Ritual. Andererseits spüre ich, dass es für mich ein grosser Schritt ist. Ich habe mir viele Gedanken gemacht und mich schliesslich bewusst für die Institutio entschieden.» Mit der Institutio bekräftige sie, für die frohe Botschaft einzustehen – und das in der ganzen Gesellschaft. «Als Religionspädagogin ist es mir ein Anliegen mit allen Menschen auf dem Weg zu sein und Gottesspuren in ihrem Leben zu entdecken», so Helena Meier-Ammann. Vor allem freut sich die Religionspädagogin darauf, «Kirche mitgestalten zu können und achtsam auf dem Weg zu sein in einem vielfältigen und abwechslungsreichen Aufgabengebiet».
Den Moment bewusst erleben
Ralf Wagner wird an diesem besonderen Tag von Familie und Freunden begleitet. «Es bedeutet mir sehr viel, dass ich diesen Tag mit ihnen teilen darf. Gleichzeitig ist die Institutio aber auch ein spiritueller Moment, den ich bewusst erleben möchte», sagt der Religionspädagoge. Er will sich künftig noch mehr auf die Begleitung von Mitmenschen fokussieren. «Am meisten freue ich mich darauf, Menschen begleiten zu dürfen, seien es Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. Besonders bei Kindern und Jugendlichen sehe ich mich als Wegweiser in einer schnellen, manchmal verwirrenden Welt. Ich möchte sie bestärken, ihren eigenen Weg zu finden.» Ralf Wagner sieht vor allem im Religionsunterricht und in der Firmvorbereitung viele Chancen, dafür geeignete Gefässe zu schaffen.
Immer dazulernen in der Schule Gottes
Für Carolin Brändle bedeutet die Institutio Sendung und Übergang. «Sie ist weder ein Abschluss noch ein Neubeginn, denn ich lerne immer noch dazu und gehe in die Schule Gottes. Gleichzeitig bin ich aber auch in die Verantwortung hineingewachsen und das freut mich sehr.» Die Seelsorgerin freut sich besonders auf die Begegnung mit Gott und den Menschen. «Ich liebe es, mich mit den Menschen auf den Weg zu machen und mit ihnen Gott in ihrem Leben zu entdecken. Da ist jede Sekunde, Minute und Stunde wert- und sinnvoll investiert.»
Kirche mitgestalten und begleiten
Für Sabine Kutsch ist die Institutio Zeichen dafür, sich langfristig «zu binden» an den kirchlichen Dienst. «Ich fühle mich dankbar aufgenommen und mitgetragen von der Gemeinschaft des Bistums.» Die Religionspädagogin blickt positiv und voller Tatendrang in die Zukunft: «Die Kirche ist im Wandel und es freut mich, dass ich diesen mitgestalten und -begleiten darf. Es macht mir Spass, mit unterschiedlichen Menschen unterwegs und im Austausch über unsere Beziehung zu Gott zu sein – dies vor allem auch im ökumenischen und interreligiösen Dialog.»
«Ihr seid schon auf der Baustelle»
«Ich bin so froh um euren Dienst ‒ im Wissen, dass es auf euch, auf uns ankommt ‒ aber
auch mit dem ganzen Vertrauen, dass es nicht von euch, von uns abhängt», sagte Bischof Beat an der Institutio. In seiner Predigt zitiert er Pater Martin Werlen, zurzeit Prior in der Propstei St. Gerold aus dessen Buch: «Baustellen der Hoffnung»: «Baustellen gehören zu unserem Leben; alles Grosse in unserem Leben verdanken wir Baustellen: die Häuser und Wohnungen, die Wege, Strassen und Schienen, die Kirchengebäude das alles verdanken wir Baustellen.»
Ein schöner Blick auf das Leben sei das, sagt Bischof Beat. Und auch ein schöner Blick auf die Kirche: Baustellen sind etwas Normales sie gehören dazu. «Heute feiern wir die Institutio von 6 Frauen und einem Mann, ihr habt bereits einen guten Weg hinter euch: in der Ausbildung und in der konkreten Seelsorge. Ihr seid schon auf der Baustelle ihr engagiert euch für den Aufbau der Kirche!




