Der Präsident des Sakristanenverbands des Bistums St. Gallen, Patrik Stillhart, führt durch das abwechslungsreiche Programm der Kurstage. Als Referenten begrüsste Stillhart am ersten Tag Hildegard Aepli von der Abteilung Spiritualität und Bildung und Dominik Michel-Loher von der Abteilung Pastorale Entwicklung und Beratung des Bistums St. Gallen. Der Kurstag begann mit dem Thema «Schätze der Kirche – Kirchenaustritte». Der Maler Rembrandt hat das Gleichnis vom verlorenen Sohn auf einer Leinwand mit viel Licht und Schatten dargestellt. Das Gleichnis wirft immer dieselbe Frage auf: die Frage der Gerechtigkeit. Gerechtigkeit war unter anderem auch Thema des Vormittags. In Anlehnung an Papst Franziskus, dem Zuhören als wichtiges Mittel für den Dialog war, praktizierten die 55 Anwesenden selbst ein synodales Gespäch und tauschten sich in Kleingruppen von sechs bis acht Personen zum Thema aus. Jeder erhielt eine Minute Redezeit, die übrigen Gruppenmitglieder lauschten konzentriert den Ausführungen. Es zeigte sich: «Schätze der Kirche» interpretiert jeder und jede von uns unterschiedlich.
Lernen, Verhaltensmuster zu durchbrechen
Am Nachmittag horchten die Mitglieder des Sakristanenverbandes den Ausführungen von Wertecoach und Mentaltrainer Lars Thoma. Dieser hatte in der Mitte des Raumes auf einem Tisch ein Plüsch-Mammut mit einem kleinen Reiter drapiert, daneben ein Glas mit farbigen Erdnüssen. Das Mammut sollte die gespeicherten Erlebnisse dargestellen, zum Beispiel Stress, Angst, Glücksmomente, Freude. Im Glas wurden diese positive und negativen Erlebnisse farblich unterschiedlich dargestellt.
Wie Lars Thoma ausführte, schützt sich der Mensch – ein Fluchttier – bei Gefahr gegen negative Einflüsse und speichert diese intensiver. Dieses Muster mit kleinen Schritten zu durchbrechen, war das primäre Ziel des dreistündigen Referats. Wie das genau geht, hat Lars Thoma ebenfalls angetönt: Erstmal Stopp sagen (das Mammut ausbremsen), dann bewusstes Atmen praktizieren; sich Zeit nehmen, dies immer wieder zu üben und so Stress umzuprogrammieren. Der Referent verheimlichte nicht, dass dies nicht immer einfach ist. Es benötige Zeit und vielleicht auch Unterstützung durch einen Mentaltrainer.
Inputs zur Arbeit mit jungen Menschen
Am zweiten Kurstag gab Linus Brändle, Leiter der DAJU (Fachstelle kirchliche Jugendarbeit im Bistum St. Gallen), verschiedene Inputs zum Umgang mit jungen Menschen und nannte einige positive Beispiele, etwa die Wertschätzung der Ministranten im Gottesdienst und in der Freizeit, das Einbeziehen junger Menschen bei Veranstaltungen der Kirche sowie das schrittweise übergeben von Verantwortung. Den Sakristaninnen und Sakristanen riet er, «immer dranzubleiben – mit den Möglichkeiten, die ein Sakristan hat».
Am Nachmittag wurde es mit dem Besuch von Iris Rüegg kreativ: Rüegg, die in ihrem Atelier selbst Kurse anbietet, gab ihr ganzes Wissen im Bereich Adventsgestecke weiter. Mit Materialen aus der Natur zeigt die Künstlerin immer wieder, dass jegliche Formen mit Alltagsgegenständen selbst hergestellt werden können. Iris Rüegg motivierte die Anwesenden, selbst Hand anzulegen und diese nahmen das Angebot gerne an. Viele Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer liessen die Pause sausen und machten sich sogleich ans eigene Kunstwerk.
Traditionen werden gepflegt
Am dritten Tag berichtete Pater Josef Rosenast mit Humor über das Räuchern und die Rituale in der Kirche. Wie aus dem Sakristanenverband zu vernehmen war, werden in den Pfarreien noch immer viele verschiedene Traditionen gepflegt. Dies wird von den Anwesenden sehr geschätzt. Zum Abschluss der Weiterbildungstage in Quarten feierten die Sakristaninnen und Sakristane gemeinsam Gottesdienst.



