Lars, du bist Jurist im Ordinariat des Bistums St.Gallen – mit was beschäftigst du dich in deiner Arbeit?
Ich bearbeite alle juristischen Themen, die bei uns anfallen. Primär beschäftige ich mich mit dem weltlichen, beziehungsweise dem im kirchlichen Sprachgebrauch «zivilen» Recht. Ich berate häufig Klöster bei Fragen der Zukunftsgestaltung, vor allem im Vermögensrecht, sodann auch externe Anfragen etwa bezüglich Datenschutz, Urheberrecht und Arbeitsrecht. Hauptsächlich aber bin ich Ansprechpartner für interne Fragen juristischer Natur, beispielsweise wenn es um die Revision von Reglementen oder um den Abschluss von Vereinbarungen geht. Zudem nehme ich für Bischof Beat die Stiftungsaufsicht wahr.
Was ist deine Lieblingsbeschäftigung ausserhalb deiner Arbeit?
Ich reise gerne und schaue mir verschiedene Sehenswürdigkeiten an. Zudem lese ich oft und höre gerne Musik. Ich arbeite für das bischöfliche Ordinariat in Teilzeit und habe noch einige andere spannende Aufgaben. Da vermischen sich Hobby und Arbeit manchmal ein wenig.
Was nimmst du auf eine einsame Insel mit?
Sicher etwas Leckeres zu essen, da ich gerne gut esse. Gesellschaft ist für mich auch sehr wichtig und es wäre natürlich schön, wenn ich ein paar Freunde auf die Insel mitnehmen könnte – ich glaube aber, dass die Frage nicht darauf abzielt. Jedenfalls ein paar Bücher kämen sicherlich ins Gepäck und wenn’s geht auch noch etwas Musik.
Welche Superkraft würdest du gerne besitzen?
Ich würde gerne die Gabe besitzen, in den Herzen der Menschen zu lesen; das würde vieles vereinfachen (lacht). Mich faszinieren vor allem viele Fähigkeiten aus der Natur, beispielsweise wie ein Vogel oder ein kleines Insekt fliegt.
Welche Geschichte aus der Bibel beeindruckt dich?
Ich finde sehr viele Texte aus der Bibel aus den verschiedensten Gründen faszinierend. Es gibt alles: literarisch, philosophisch, historisch und kulturell Beeindruckendes. In erster Linie ist die Bibel für mich eine Art Richtschnur – mich beeindruckt vor allem die tiefe Menschenkenntnis und Menschenliebe, die daraus hervorgeht; etwa aus dem Gleichnis von den beiden Söhnen, vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Geldstück aus dem lukanischen Sondergut.
Für die Zukunft der Kirche wünsche ich mir…
… Wahrheit, Echtheit, Treue, Freude, Bewahrung, Offenheit, Nähe, Gelassenheit, Vertrauen, Suche und vor allem Wertschätzung. Wertschätzung der eigenen Traditionen, der christlichen Werte, Wertschätzung aber auch von jedem Menschen – vom Menschen an sich, den Kulturen, der Natur und der Kirche selbst. Biblisch gesprochen wünsche ich mir von und in der Kirche eine Grundhaltung der Nächstenliebe, die nicht allein auf Personen bezogen ist, sondern darüber hinausgeht.
Die Texte und Fotos für diese Porträts hat Fabio Brändle gemacht. Fabio ist während seines vierwöchigen Praktikums in den Ordinariatsalltag eingetaucht, hat die Mitarbeitenden kennengelernt und interviewt. Wir danken Fabio für seinen Einsatz.
