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News

26.05.2026

Gottes Geist ist zum Greifen gegenwärtig.

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Pfingstsonntag: Rund um die Kathedrale erlebte St.Gallen den grossen Cupfinal-Taumel – drinnen feierten 23 Menschen ihr ganz persönliches ‘Finale’: Nach Abschluss der Glaubensorientierung empfingen Sie das Sakrament der Taufe und der Firmung. Die Seelsorgerin Barbara Walser leitet diesen Kurs zusammen mit Marjan Paloka und Mathai Ottappally. Im Interview spricht sie über die Sehnsucht nach Gott und die Auseinandersetzung mit dem persönlichen Glaubensweg.

Die Taufen am Pfingstsonntag sind Menschen, die an der Glaubensorientierung teilgenommen haben. Kannst du mir sagen, was man sich darunter vorstellen muss und für wen diese Orientierung gedacht ist?

Die Glaubensorientierung ist ein Kurs zur Einführung bzw. Vertiefung des katholischen Glaubens. (Adressaten s. Flyer)

 

Der Kurs besteht aus Kursabenden, persönlicher Praxis (Gebet, Bibellesen, Gottesdienste) zwischen den Kursterminen sowie Einzelgesprächen während des Kursverlaufs.

 

Was bewegt Erwachsene heute dazu, sich taufen zu lassen?

In der säkularen Gesellschaft wachsen heute viele ‘konfessionslos/religionslos’ auf. Sie müssen sich – oft im jungen – Erwachsenenalter dann selbst auf die Suche machen nach Werten, Sinn, Halt und finden diese dann evtl. in der katholischen Kirche.

 

Durch Migration und Mobilität kommen Menschen aus anderen kulturellen und religiösen Kontexten zu uns. Sie werden hier heimisch, oft auch religiös und entscheiden sich dann für die Taufe oder Konversion.

 

Gibt es einen gemeinsamen roten Faden in den Geschichten der Menschen, die sich für diesen Weg entscheiden?

Biografisch kaum, ausser dass eine intensive Suche und Auseinandersetzung mit dem Glauben stattgefunden hat. Oft sind es Lebenserfahrungen, die danach fragen lassen. Das Gemeinsame ist die Sehnsucht nach Gott und nach voller Zugehörigkeit zur kirchlichen Gemeinschaft. In der Regel sind es Menschen, die sich nicht Pfarrei gebunden kirchlich definieren, sondern katholisch im umfassenden Sinn verstehen. Auffallend und erfreulich ist, dass viele Teilnehmende junge Erwachsene sind.

 

Welche Themen oder Fragen beschäftigen die Teilnehmenden im Kurs Glaubensorientierung besonders?

Gottesbilder. Die Sakramente verstehen lernen. Fragen der Glaubenspraxis.

 

Hat dich etwas an den Personen besonders beeindruckt?

Die Ernsthaftigkeit in ihrem Suchen, Fragen und Prüfen. Die vielfältigen Biografien, oft auch mit herausfordernden und schwierigen Erfahrungen oder einem prägenden Ereignis. Der Eifer und das Interesse, die theologischen, biblischen, geistlichen Grundlagen des katholischen Glaubens kennen und verstehen zu lernen und einzuüben.

 

Dann spielen Zweifel und kritische Fragen auf dem Weg zur Taufe eine wichtige Rolle?

Viele haben sich vor der Teilnahme am Kurs bereits intensiv auseinandergesetzt durch Lesen, in Kontakten zu verschiedenen Kirchen, mit persönlichem Nachdenken und Nachspüren. Oft sind da Fragen aufgetaucht, die weitergeführt haben. In den Kursabenden kommen immer wieder Fragen inhaltlicher oder praktische Art auf, bei vielen ist die Entscheidung für den Glaubensweg aber bereits sehr gereift und der Kurs eigentlich nur noch das letzte Wegstück.

 

Viele Menschen verbinden Kirche eher mit Tradition als mit persönlicher Entscheidung. Wie erlebst du das bei Erwachsenen, die sich bewusst für die Taufe entscheiden?

Es ist klar eine persönliche Entscheidung – z.T. auch gegen Widerstände im persönlichen und kulturellen Umfeld. Tradition spielt insofern jedoch eine Rolle, dass diese Menschen sich sehr angesprochen fühlen von den überlieferten Formen und Inhalten der katholischen Kirche (Liturgie, Rituale und Zeichen, Sakramentalität, etc.)

 

Erlebst du bei der täglichen Arbeit in der Seelsorge ein wachsendes Interesse an Spiritualität oder Sinnfragen?

Die territoriale Seelsorgearbeit in den Pfarreien ist eher noch von volkskirchlichen Strukturen und Kirchenbildern geprägt. Da sind Liturgie und Gruppenerfahrungen zentral, weniger die Begleitung in der persönlichen Spiritualität und Lebensgestaltung. Vermehrt sind Menschen jedoch nicht mehr im pfarreilichen Kontext daheim. Bei diesen Menchen ist das Interesse an Spiritualität und das Bedürfnis nach bewusster Gestaltung ihres Lebens aus dem Glauben da. Es sind Menschen, die dann z.B. Exerzitien machen, geistliche Begleitung in Anspruch nehmen oder sich auf die Suche nach dem Glauben machen, vielleicht letztlich in Angeboten wie die Glaubensorientierung.

 

Was wünschen sich die Taufbewerberinnen und Taufbewerber von ihrem Glauben oder von der Kirche?

Halt und Kraft für ihr Leben. Ihrem Leben eine Dimension hinzufügen, die das Unmittelbare dieser Welt und der eigenen Machbarkeit übersteigt. Zugehörigkeit zur kirchlichen Gemeinschaft (nicht im engen Sinn von Gruppen, Pfarreien) sondern im substanziellen Sinn der Geschwisterlichkeit im Glauben und im Feiern des Glaubens.

 

Kannst du eine Begegnung oder eine Geschichte erzählen, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Wenn gestandene Männer und Frauen oder junge Menschen voller Lebenskraft mit freudenglänzenden Augen oder von Tränen gerührt ob ihrer Taufe oder Firmung sind, sind das unglaublich schöne Begegnungen.

In einem vorherigen Kurs hat ein Mann sich für die Taufe entschieden. Er konnte dies aus kulturellen Gründen und zum Schutz seiner Angehörigen in der Heimat seiner Familie nicht erzählen. In einem Gespräch formulierte er: «Ich habe solche Sehnsucht nach der Taufe, ich brauche dieses neue Leben, in das ich durch die Taufe hineingenommen werde.» Da sind wir beim tiefsten Verständnis der Taufe in der Urkirche angelangt. Das hat mich beeindruckt und stimmt mich hoffnungsvoll, dass der Glaube auch in Zukunft nicht versiegt, wie immer auch die Kirche sich entwickelt.

 

Was bedeutet dieser Taufgottesdienst am Sonntag in der Kathedrale mit 20 Erwachsenen persönlich für dich?

Es ist klar ein Highlight in meiner Arbeit. Da ist Gottes Geist jeweils zum Greifen gegenwärtig.

 

 

Zentrale Firmspendung Ende März

Ende März haben 14 Erwachsene an der Zentralen Firmspendung in der Schutzengelkapelle St.Gallen das Sakrament der Firmung erhalten. So auch Anika Brunner aus Rapperswil-Jona. Im Pfarreiforum gibt die 27-Jährige Einblick in ihren Glaubensweg und erzählt, warum sie sich im Erwachsenenalter für eine Firmung entschieden hat. 

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CH-9001 St.Gallen
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