«In meinem Namen, nur meinem eigenen
Erkläre ich den Frieden.»
Mit diesen Worten endet die Friedenserklärung der Kulturkosmonauten, welche im Rahmen des Jubiläums von 20 Jahren «St. Galler Erklärung für das Zusammenleben der Religionen und den interreligiösen Dialog» veröffentlicht wurde. Am Jubiläumsanlass im Pfalzkeller Mitte September kamen Vertreter und eine Vertreterin verschiedener Religionen zusammen und es referierten Regierungsrätin Laura Bucher, Bundesrat Beat Jans und Professor Christian Rutishauser über das Zusammenleben in einem religiös vielfältigen Staat.
Bistum pflegt Beziehungen über Religionsgrenzen hinweg
Die Abteilung Weltkirche / Ökumene des Bistums St. Gallen fördert seit Jahren den Dialog und die Zusammenarbeit mit Menschen anderer Religionen. Im Runden Tisch der Religionen St. Gallen und Umgebung und in anderen interreligiösen Gruppen pflegt sie Beziehungen über Religionsgrenzen hinweg. «Auf diese Weise werden wir geübt im Umgang mit dem Fremden. Diese Kompetenz nützt unserer vielfältigen Gesellschaft. Gleichzeitig macht es oft grosse Freude, sich durch etwas Fremdes bereichern zu lassen, das man sich nicht selbst geben kann», sagt Christiane Schubert von der Abteilung Weltkirche / Ökumene. «Der interreligiöse Dialog ist wichtig, weil darin Menschen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften feststellen, was sie verbindet – und nicht was sie trennt. Weil sie die Überzeugung ausdrücken, dass ihre Religiosität sie zu Frieden und Respekt aufruft – nicht zu Streit und Abwertung der anderen. Das tönt banal, ist aber nicht selbstverständlich, sondern ein wichtiger Beitrag für ein friedliches Zusammenleben in Vielfalt.»
«Das Verbindende suchen»
Gegen Tendenzen hin zu Polarisierungen zeige die Erklärung: «Wir können fest verwurzelt in unserer eigenen Tradition sein und trotzdem den wertschätzenden Kontakt zu dem pflegen, was uns fremd ist. Das ist kein Widerspruch. Der Dialog ist mindestens genauso wichtig wie vor 20 Jahren: Gerade in einer Welt, in der es viele Fronten gibt, brauchen wir Menschen, die in freundschaftlicher Haltung auf die anderen zugehen und das Verbindende suchen. Das ist unsere einzige Chance für Frieden. Man kann ihn nicht durch Vernichtung der anderen erreichen», so Christiane Schubert.
Zum Referat von Christian Rutishauser, Judaistik-Professor an der Universität Luzern: https://www.bistum-stgallen.ch/fileadmin/kundendaten/Bistums-Nachrichten/Rede_20_Jahre_St._Galler_Erklaerung_CRutishauser.pdf
Zur Friedenserklärung der Kulturkosmonauten: https://www.kulturkosmonauten.ch/data/uploads/friedenserklaerung-19.9.2025.pdf
Zum Film «St. Gallen, schöner Ringkanton. Wie hast du’s mit den Religionen?» der Kulturkosmonauten: https://vimeo.com/1120034497
Zum Beitrag Regionaljournal Ostschweiz mit Bischof Beat: https://www.srf.ch/audio/regionaljournal-ostschweiz/seit-20-jahren-gibt-es-eine-grundlage-fuer-den-religioesen-dialog?id=AUDI20250919_NR_0014



