Frauen sind in kirchlichen Leitungsaufgaben unterrepräsentiert. Die Bistümer St.Gallen und Basel wollen dies ändern und nehmen 2026 am Mentoring-Programm «Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf» des deutschen Hildegardis-Vereins teil. Das bundesweite Programm wurde 2015 konzipiert und in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bischofskonferenz und den deutschen (Erz-)Diözesen durchgeführt. Bischof Beat und Bischof Felix möchten in diesem Bereich etwas bewegen: «Ohne Frauen geht es nicht! Es ist uns ein Anliegen, das Thema systemisch anzuschauen; es geht um Diversität, passende Strukturen und um die Personal-/Fachkräfteentwicklung der Kirche in den kommenden Jahren», sagen sie.
Das Mentoring dauert zwölf Monate. Während dieser Zeit bilden eine Mentee und eine Mentorin ein Tandem als vertrauensvolle Lernpartnerschaft, die auf Erfahrungsaustausch und persönlicher Entwicklung basiert. Dieses wird bistumsübergreifend zusammengestellt. Seit 2026 können nun erstmals auch kirchliche Institutionen ausserhalb Deutschlands teilnehmen. Dies geht unter anderem auf Initiative des Bistums St.Gallen zurück.
Frauen stärken und motivieren – Strukturen überdenken
Das Mentoring-Programm der beiden Bistümer startet im Oktober 2026 und verfolgt verschiedene Ziele. So soll einerseits der Anteil der Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche erhöht werden und andererseits eine Auseinandersetzung mit der männlich geprägten Organisationskultur stattfinden. Weiter ist das Mentoringprogramm eine gute Gelegenheit für Mentees und Mentorinnen sowie Personalverantwortliche, sich überdiözesan auszutauschen und zu vernetzen.
Vier Mentees machen mit – acht Frauen auf dem Weg
Während in Deutschland die katholischen Organisationen die Plätze ausschreiben, gehen die Bistümer St.Gallen und Basel im Pilotjahr einen anderen Weg: Je zwei Frauen aus den Bistümern Basel und St.Gallen, die als Mentees teilnehmen und je zwei Mentorinnen, bilden ein ‘Bistum-gemischtes’ Team. Das Theologisch-pastorale Bildungsinstitut koordiniert das Programm, tritt als Vertragspartner gegenüber dem Hildegardis-Verein auf und pflegt die Website für die Deutschschweiz. Nach dem Pilotjahr wird das Ergebnis evaluiert und über eine Fortsetzung des Projekts entschieden. Dabei wird auch die Finanzierung weiterer Durchgänge geklärt. Koordinator für das Bistum St. Gallen ist der Leiter des Personalamtes, Damian Kaeser-Casutt, für das Bistum Basel die Personalverantwortliche Donata Tassone-Mantellini.
Gute Feedbacks machen Mut
«Seit 2016 haben mehr als 200 angehende Führungskräfte das Programm erfolgreich abgeschlossen», liest man auf der Website des Hildegardis-Vereins. «Die vielen positiven Rückmeldungen bestärken uns, hier einzusteigen», sagt die Leiterin des Regensamts St. Gallens Ingrid Krucker.
