Der Bischofsring – das Zeichen der Bindung und Treue
Der Bischofsring ist ein Zeichen für Bindung und Treue. Er erinnert daran, dass der Bischof mit der Kirche und seinem Bistum verbunden ist – ähnlich wie ein Ehering die Verbindung zwischen zwei Ehepartnern symbolisiert. Bei der Weihe eines Bischofs wird ihm der Ring übergeben mit den Worten: «Trag diesen Ring als Zeichen deiner Treue. Denn in unverbrüchlicher Treue sollst du die Braut Christi, die heilige Kirche, vor jedem Schaden bewahren.» Der Ring steht also dafür, dass der Bischof in enger Gemeinschaft mit Jesus Christus, mit seiner Diözese und mit der gesamten Kirche lebt und für sie Verantwortung übernimmt. Aus diesem Grund trägt der Bischof den Ring immer.
In den ersten Jahrhunderten des Christentums diente der Bischofsring ausserdem als Siegelring. Damit konnte der Bischof offizielle Schreiben mit einem Abdruck seines Rings beglaubigen.
«Der Ring ist für mich ein starkes unmissverständliches Zeichen. Ich habe mich für einen schlichten Ring entschieden, ein Kreuz mit einem Kreis, der die Sonne symbolisiert», sagt Bischof Beat. Silberschmied Wolfgang Tannheimer schmiedete den Goldring nach einer Zeichnung des Bischofs. Speziell ist: Bischof Beat trägt zum ersten Mal in seinem Leben einen Ring. An der Weihe übergibt Anja Leiber Bischof Beat den Ring. «Sie ist eine sehr engagierte Freiwillige aus der Dompfarrei. Ihr treues Engagement passt gut zum Bischofsring, der ein Zeichen der Treue zum Dienst und zum Bistum ist», sagt Bischof Beat.
Das Brustkreuz – das Zeichen der Verbindung zu Christus
Das Brustkreuz wird auch «Pektorale» genannt und ist ein besonderes Kreuz, das Bischöfe seit dem 12. Jahrhundert tragen. Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet «zur Brust gehörig». Ursprünglich war das Brustkreuz eine kleine Kapsel für Reliquien, also für Gegenstände, die mit Heiligen in Verbindung stehen. Heute steht es vor allem als Zeichen dafür, dass der Bischof zu Jesus Christus gehört. Das Kreuz erinnert daran, dass diese Aufgabe manchmal schwer ist, aber immer unter dem Zeichen der Auferstehung Christi steht.
Das Brustkreuz von Bischof Beat ist nach einer Vorlage eines Kreuzes auf dem Friedhof von Glendalough in Irland entstanden. «Die Verbindung zu Irland ist für St.Gallen zentral», so Bischof Beat und spricht damit an, dass St.Gallens Gründervater aus Irland stammte. Wie der Ring zeigt auch das Brustkreuz in der Mitte eine stilisierte Sonne. «Die Verbindung von Kreuz und Sonne, ist auch theologisch schön: Das Auferstehungskreuz und das Licht des Glaubens», erklärt Bischof Beat seinen Entscheid für das Motiv. Wie der Ring (und die ‘Verziehrung’ auf dem Bischofsstab) schmiedete Wolfgang Tannheimer auch das Brustkreuz.
Der Bischofsstab – das Zeichen für Führung und Fürsorge
Der Bischofsstab, auch «Pastorale» genannt, ist eines der wichtigsten äusseren Zeichen für das Amt eines Bischofs in der katholischen Kirche. Er steht für die Aufgabe, die Gläubigen zu leiten und für sie zu sorgen. Der Bischofsstab wird dem Bischof nach dem eigentlichen Weiheakt überreicht mit den Worten: «Ich übergebe dir diesen Stab als Zeichen des Hirtenamtes. Trage Sorge für die ganze Herde Christi; denn der Heilige Geist hat dich zum Bischof bestellt, die Kirche Gottes zu leiten.» Der Stab erinnert daran, dass der Bischof – wie ein guter Hirte – für die Menschen in seinem Bistum verantwortlich ist. Jesus Christus selbst wird in der Bibel als «der gute Hirte» beschrieben und dient dabei als Vorbild.
An der Weihe wird Bischof Beat der Bischofsstab des ersten Bischofs von St.Gallen, Johann Peter Mirer übergeben. Dieser wird von Bischof zu Bischof weitergegeben. Weil er sehr schwer ist und nur dem symbolischen Akt der Übergabe des Bistums an den neuen Bischof dient, nutzt der Bischof einen zweiten, persönlichen und handlicheren Stab. Auf dem Bischofsstab von Beat Grögli ist sein Wahlspruch «In Concordiam Christi» eingraviert sowie ein Bild der Johannesminne aus Heiligental in Süddeutschland. «Der Jünger Johannes legt seinen Kopf ans Herz von Jesus – so, als wollte er sagen: Jesus, bilde mein Herz nach deinem Herzen!», so Beat Grögli. Das Bild aus der Johannesminne hat der St.Galler Wolfgang Tannheimer nachgezeichnet.
Die Mitra – Kopfbedeckung der Bischöfe und Äbte
Die Mitra ist eine hohe und spitzzulaufenden Kopfbedeckung, die von Bischöfen und Äbten getragen wird. Der Name «Mitra» kommt aus dem Griechischen und bedeutet «Kopfband» oder «Turban». Die Mitra weist darauf hin, dass der Bischof berufen ist, der Kirche als Hirte zu dienen. Bei der Weihe wird ihm die Mitra übergeben mit den Worten: «Die Mitra sei ein Zeichen deines Amtes. Der Glanz der Heiligkeit sei dein Schmuck. Und wenn dann der Hirt aller Hirten erscheint, wirst du den nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit empfangen.» Der Bischof trägt die Mitra beim Einzug in die Kirche und beim Auszug. Beim Gebet nimmt er sie ab. Die Mitra hat zwei von der Rückseite fallende Zierbänder, die sogenannten «Infuln».
Die Mitra hat Bischof Beat in Rom machen lassen. Sie ist nach seinem Wunsch etwas kürzer gefertigt als üblich. Auf der Mitra von Bischof Beat sind die vier Symbole der Evangelisten abgebildet. Die Mitra wie auch Bischof Beats Amts-Kleidung wurden vom Schneider der Schweizergarde gefertigt. Überreicht wird die Mitra an der Weihe von Bruder-Klausen-Kaplan Ernst Fuchs. «Bruder Klaus ist einer meiner Lieblingsheiligen. Und mit Ernst Fuchs bin ich seit dem Theologiestudium in Fribourg freundschaftlich verbunden», erklärt Bischof Beat.
Der Pileolus – kleines Käppchen zum Schutz
Der Pileolus ist ein kleines rundes Käppchen, das auf dem Hinterkopf getragen wird. Es ist eigentlich kein liturgisches Kleidungsstück, gehört also nicht zur offiziellen Kleidung für den Gottesdienst.
Bischöfe tragen es in der Farbe violett, Kardinäle in purpurrot. Ursprünglich sollte das Käppchen wohl die Mitra vor Schmutz und Abnutzung schützen. Ausserhalb des Gottesdienstes wird der Pileolus oft zusammen mit der Soutane, dem langen Gewand der Geistlichen, getragen. Während der Heiligen Messe muss der Pileolus vom Sanctus bis nach der Kommunion abgelegt werden.
Die Kleidung – das Zeichen der Würde und Funktion
Die Kleidung eines Bischofs ist ein Zeichen seiner Würde und seiner Funktion in der Kirche. Bei Gottesdiensten trägt der Bischof die Albe (vom lateinischen albus «weiss»). Die Albe ist das liturgische Grundgewand. Sie ist knöchellang und erinnert an das Taufkleid und die weissen Gewänder der Erlösten in der Johannesoffenbarung. Alle, die am Altar Dienst leisten, sollen Alben oder von der Albe abgeleitete Gewänder tragen. Über die Albe tragen Priester und Bischöfe das Messgewand. Dessen Farbe variiert je nach liturgischer Feier: in der Regel weiss oder gelb, an Pfingsten rot.
Die Soutane ist ein ausserliturgisches Kleidungsstück, das aus dem seit dem Mittelalter gebräuchlichen schwarzen, knöchellangen Alltagsgewand der Kleriker hervorging. Die Bischöfe tragen die Soutane oft, wenn sie als Amtsträger unterwegs sind. Zur Soutane gehören das violette oder das magentafarbene Zingulum, ein breites Stoffband mit feinen Quasten und die Mozetta, ein Schulterumhang. Bei Kanonikern und Domvikaren ist die Mozetta schwarz, bei Domkapitularen oft und bei Bischöfen stets violett sowie bei Kardinälen rot.
Zur Kleidung des Bischofs gehört auch die Stola. Ein beiderseits etwa knielanger ‘Schal’. Bischöfe, Priester und Diakone tragen sie bei der Spendung der Sakramente, Wortgottesdiensten, Andachten und Segensfeiern. Die Stola wird gedeutet als das «Joch Christi».







