Mathai Ottappally hat dieser Tage seine Arbeit im Team der Dompfarrei aufgenommen. Am Sonntag, 10.30 Uhr, wird er in der Eucharistiefeier in der Kathedrale feierlich als Dompfarrer eingesetzt. Ottappally freut sich auf seine neue Aufgabe, während die Erleichterung in seinem Team gross ist. Die Wahl Beat Gröglis zum zwölften Bischof von St.Gallen löste eine personelle Rochade aus. Die wichtigste Lücke, die Nachfolge des Dompfarrers, ist nach mehreren Monaten Vakanz nun geschlossen.
Herzlich und ehrlich
Mathai Ottappallys Motto lautet: Blühe, wo du gepflanzt bist. Schon zu Beginn seines Wegs als Priester lernte er, auf andere Kulturen, andere Sprachen einzugehen und anzunehmen. So war er vor seiner Ankunft in Mitteleuropa im Südwesten wie auch im Nordosten Indiens tätig. «Wichtig sind die Menschen», sagt Ottappally. Er meidet darum auch kulturelle Vergleiche oder wertet nicht die Lebensweise der Menschen am einen oder anderen Ort. Was er von Natur aus mitbringt, ist seine menschenfreundliche Art. Kirchengängerinnen und Weggefährten attestieren ihm eine grosse Herzlichkeit. Der 49-Jährige will eine glaubwürdige Kirche. Ihm ist wichtig, ehrlich und aufrichtig zu sein und zu Fehlern zu stehen. Auch zu solchen, welche die Kirche in früheren Zeiten begannen hat. «Als Kirche tragen wir Mitverantwortung.»
Wasserfälle und Musik
2013 hat Mathai Ottappally die erste Seelsorgestelle im Bistum St.Gallen angetreten. Nach seinem Doktorat in Innsbruck und zwei Jahre als Kaplan in Andelsbuch wurde er Kaplan in Sargans. Während der Corona-Pandemie wurde er als Pfarrer in die Seelsorgeeinheit Alttoggenburg berufen. Zu dieser Zeit hat ihn auch das Wanderfieber gepackt. Oft zog es den Pfarrer ins Weisstannental, wo er zur Wasserfall-Arena Batöni hochstieg und an diesem Kraftort frühstückte. Zu schätzen weiss Ottappally auch Musik. Die Vorfreude auf die Kathedrale sei auch darum gross gewesen. Hier spielt die Musik eine wichtige Rolle. Zugleich ist er froh um professionelle musikalische Unterstützung, denn, so gibt er augenzwinkernd zu: «Ein besonders guter Sänger bin ich nicht.»
