Das Bischofshaus mitten im Stiftsbezirk präsentiert sich nach umfassender Renovation ‹entschlackt› und in neuem Glanz. Einst als Abtwohnung genutzt und seit der Gründung des Bistums St. Gallen im Jahr 1847 Bischofssitz, wurde das Gebäude in den vergangenen acht Monaten mit grossem Engagement zahlreicher Fachleute renoviert. Eine moderne Infrastruktur mit neuen Nasszellen und Küche sowie eine vollständige Umstellung auf LED-Beleuchtung ergänzen perfekt den historischen Charakter des Gebäudes. Der Bischof bewohnt ein 2,5-Zimmer-Studio unter dem Dach.
Das Ergebnis ist für alle Beteiligten eine Freude. «Das Bischofshaus ist ein Haus, das Tradition und Gegenwart verbindet, das ist grossartig gelungen», sagt Bischof Beat Grögli. Er hatte heute regionale Medienvertreter:innen zu einem Rundgang durch die renovierten Räume eingeladen. Ganz im Sinne des heiligen Augustinus gilt dabei: «Unsere Seele nährt sich von dem, an dem sie sich freut» – das Schöne soll auch hier erfahrbar werden und inspirieren.
Künftig soll das Bischofshaus nicht nur Wohn- und Arbeitsort sein, sondern ein Ort, an dem sich Menschen begegnen. Geplant sind unter anderem Gespräche mit Firmanden, Führungen, kleinere Konzerte im Festsaal – ein Flügel steht parat – sowie Begegnungen mit verschiedenen Gruppen aus Kirche und Gesellschaft. Auch traditionelle Anlässe wie die Neujahrsbegrüssung und die Jubilarenfeier anlässlich der Chrisammesse bleiben bestehen. «Ziel ist es, das Bischofshaus als einladenden Ort zu gestalten, an dem Menschen zusammenkommen, sich austauschen und Gemeinschaft erleben», sagt Bischof Beat Grögli. Ein Haus mit Geschichte – ein Ort mit Zukunft.
Die Renovationsarbeiten verliefen reibungslos und im Zeitplan. «Der vom Katholischen Kollegium gesprochene Kreditrahmen von 2,1 Millionen Franken für die Sanierung des Bischofshauses kann eingehalten werden», sagte Armin Bossart, Administrationsratspräsident. Als Vertreter der Bauherrschaft – die Gebäude sind Eigentum des Katholischen Konfessionsteils St. Gallen – zeigte er sich sehr erfreut über das Ergebnis. Es sei gelungen, die unterschiedlichsten Erwartungen auf einen Nenner zu bringen.
Die Kosten relativierten sich, wenn man bedenke, dass insgesamt 860 Quadratmeter betroffen waren, die letzten grösseren Arbeiten in den 1950er-Jahren erfolgt sind und es sich um eine historische Bausubstanz ohne Standardmasse handelt, so Armin Bossart. Zudem wurde der gesamte Estrich gedämmt, womit auch ein Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit geleistet werden konnte.
Vorher-nachher-Bilder, präsentiert von Projektleiter Manuel Baumann, Architekt bei ‘Finger Hutter Architekten’ in St. Gallen, veranschaulichten die baulichen Eingriffe. Aufgrund der historischen Bausubstanz habe man nicht überall mit Sicherheit sagen können, was sich hinter den Mauern verbirgt. So seien Installationen, Materialien und Leitungen aus unterschiedlichsten Epochen zum Vorschein gekommen. «Hier ging es darum, alles auf den heutigen technischen Stand zu bringen. Auch die Anforderungen an den Brandschutz erforderten entsprechende Massnahmen. Und das gesamte Dachgeschoss, in dem Bischof Beat Grögli nun sein 2,5-Zimmer-Studio hat, wurde bis auf das Tragwerk zurückgebaut», so der Architekt. Sowohl Manuel Baumann als auch Armin Bossart unterstrichen die konstruktive Zusammenarbeit mit Bischof Beat Grögli. «Alle Parteien haben ihre Verantwortung gegenüber der Historie des Baus wahrgenommen, um diesen auch für die nächste Generation zu erhalten», so Armin Bossart.



