Anlässlich des 1100. Todestages Wiboradas im Jahr 2026 wird ‘ihre’ Zelle im Rahmen des Jubiläumsprojekts «Da-Sein» täglich besetzt: Jeden Tag ist eine Person vor Ort, um für andere da zu sein – offen für Gespräche, Begegnungen und Austausch. Menschen aus unterschiedlichsten Lebensbereichen beteiligen sich an der Initiative und tragen so die Idee Wiboradas in die Gegenwart. Den kommenden Samstag, 21. März wird Bischof Beat in der Zelle verbringen. Seine Begeisterung für das Wiboradaprojekt sei mit der Zeit gewachsen, sagt er: «Mich faszinieren die Facetten ihres Lebens und wie sich diese im Projekt spiegeln. Zum Beispiel Wiboradas konsequentes, verlässliches Da-Sein; das hat viel mit Seelsorge zu tun», so Bischof Beat. Er freut sich auf Begegnungen und Gespräche am Zellenfenster. «Schön, dass an diesem Tag ‘da sein’ Programm ist und nichts anderes.»
Das Projekt «Da-Sein» knüpft an das Leben der heiligen Wiborada von St.Gallen an, die von 916 bis 926 als Inklusin in einer Zelle lebte. Ihr Wirken war geprägt von einem bedingungslosen «Da-Sein» für die Menschen: Über ein Fenster stand sie im Austausch mit der Bevölkerung – unabhängig von Herkunft oder sozialem Status. Sie war Ansprechpartnerin für alle, die Rat suchten, und wurde so zu einer wichtigen Bezugsperson der Stadt. Als erste Frau überhaupt wurde sie 1047 von der katholischen Kirche heiliggesprochen.


