Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat sich an ihrer Versammlung besorgt über den Krieg im Iran und andere Konflikte weltweit geäussert. Sie schloss sich dem jüngsten Friedensappell von Papst Leo XIV. an, der betonte, dass Stabilität und Frieden nur durch verantwortungsvollen Dialog und nicht durch Drohungen oder Waffen entstehen können. Während der Vesper in der Basilika der Abtei Saint‑Maurice wurde der Opfer von Gewalt und Krieg besonders gedacht. Die Bischöfe riefen zu Besonnenheit, zur Einhaltung des Völkerrechts sowie zu neuen diplomatischen Bemühungen auf.
Im Rahmen der Versammlung empfing die SBK zudem Gäste aus Kolumbien, die gemeinsam mit der Hilfsorganisation Fastenaktion über Projekte zur Förderung von Ernährungssicherheit, sozialer Gerechtigkeit und Frieden berichteten. Angesichts anhaltender Konflikte, grosser sozialer Ungleichheiten und ökologischer Probleme setzt die Organisation unter anderem auf den Erhalt traditionellen Saatguts und die Stärkung lokaler Gemeinschaften, insbesondere von Kindern und Jugendlichen.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Aufbau eines nationalen kirchlichen Strafgerichts. Die entsprechenden Statuten wurden von den Mitgliedern der SBK verabschiedet und zur Genehmigung an die Apostolische Signatur in Rom weitergeleitet. Nach der Bestätigung sollen das Gericht und seine Mitglieder eingesetzt werden; die Aufnahme der Arbeit ist noch vor Ende 2026 vorgesehen.
Auch Massnahmen zur Prävention von sexuellem Missbrauch standen auf der Agenda. Die 2025 eingeführten psychologischen Eignungstests für angehende Seelsorgende hätten sich laut SBK bewährt. Die Bischöfe verabschiedeten nun verbindliche Ausführungsbestimmungen, die Zuständigkeiten und den Umgang mit den Ergebnissen regeln sollen. Ziel ist es, Prävention zu stärken und die Ausbildung künftiger Seelsorgerinnen und Seelsorger gezielter zu begleiten.
Darüber hinaus bekräftigte die SBK ihre Empfehlung, Hostien möglichst aus klösterlicher Produktion innerhalb der Schweiz zu beziehen. Eine aktualisierte Übersicht über Anbieterinnen und Preise soll bis April 2026 veröffentlicht werden.
Neben inhaltlichen Beschlüssen stand auch der Austausch mit verschiedenen kirchlichen Partnern im Mittelpunkt der Versammlung. So trafen die Bischöfe unter anderem Vertreter der Römisch-katholische Zentralkonferenz (RKZ), den Apostolischen Nuntius Martin Krebs sowie eine Delegation der Theologische und Ökumenische Kommission. Auch mit Kommunikationsverantwortlichen der Diözesen wurden Fragen der Zusammenarbeit und Koordination besprochen. Ziel sei es, die Abstimmung innerhalb der katholischen Kirche in der Schweiz weiter zu verbessern und gemeinsame Ressourcen stärker zu bündeln.
