Die Grossen Exerzitien im Alltag laden dazu ein, im Alltag Spiritualität und Gott zu suchen und zu finden. Sie sollen helfen, Arbeit und Gebet besser miteinander zu verbinden, zur Ruhe zu kommen und regen an, über das eigene Leben und Gott nachzudenken. «Viele von uns sind von der religiösen Erziehung blockiert. Als Erwachsene brauchen wir einen neuen, eigenständigen Zugang zum Glauben. Das braucht Zeit und geeignete Impulse», sagt Hildegard Aepli. Die Seelsorgerin des Bistums St.Gallen hatte gemeinsam mit Ruth Rohde, die sich freiwillig für die Kirche engagiert, die Unterlagen zu den Grossen Exerzitien im Alltag 2021 anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums des Bistum St.Gallen entwickelt. Nun werden die Grossen Exerzitien im Alltag zum ersten Mal in einem schweizweit ökumenischen Projekt durchgeführt. Start für alle Gruppen ist am 16. November mit einem Gottesdienst in der Kathedrale St.Gallen. Eine erste grosse Info-Veranstaltung findet am Samstag, 23. August 2025, um 10 Uhr in der Schutzengelkapelle in St.Gallen statt.
Persönlich und doch gemeinsam
Die Grossen Exerzitien im Alltag sprechen Menschen an, die sich während eines halben Jahres, also vom 16. November 2025 bis Pfingsten 2026, auf einen persönlichen Gebetsweg begeben und sich während dieser Zeit einmal im Monat in einer Gruppe zum Austausch treffen. «Dies ist wichtig, weil wir uns so getragen von einer Gemeinschaft erfahren, mit bohrenden Fragen nicht allein sind und so das Projekt viel besser durchhalten können. Im Glauben wachsen und vertiefen, ist ein Übungsweg, der andere Menschen braucht, wie andere Übungswege auch», sagt Hildegard Aepli. Im Begleitbuch dieser Exerzitien «Gott einen Ort sichern» werden auch Vorschläge für die Treffen als informelle Gruppe aufgezeigt. Möglich ist zudem auch der Alleingang. «Ich empfehle bei dieser Entscheidung aber sehr, eine geistliche Begleitperson beizuziehen, weil wir allein schnell verloren oder entmutigt sein können und dann aufgeben», sagt Hildegard Aepli.
Impulse zum Sonntagsevangelium
Die Grossen Exerzitien im Alltag orientieren sich inhaltlich an den Sonntagsevangelien der katholischen Liturgie. Von Dienstag bis Samstag gibt es zum kommenden Sonntagsevangelium einen Impuls. Ausserdem zieht sich die Biographie von Madeleine Delbrêl – Prophetin für die Kirche der Zukunft – als roter Faden durch die Exerzitien. An jedem Montag wird ein Zitat von ihr eingeflochten.
Tipps für die Gebetszeit Zuhause
«Die grosse Herausforderung dieser Alltagsexerzitien besteht darin, sich täglich Zeit zu nehmen, um wirklich in einen Prozess der Vertiefung zu kommen», erklärt Aepli. Der Druck, der von den Anforderungen der Arbeit oder einer Familie ausgehe, könne daran hindern, sich Gott, sich selbst und seinen eigenen Fragen und Problemen zuzuwenden. Die Exerzitien regen eine tägliche Gebetszeit von 10 bis 30 Minuten Zuhause an. Im Übungsbuch und auf der Homepage geben die Verantwortlichen Tipps und Tricks, damit diese Einflechtung in den Alltag gelingt: Hilfreich ist es demnach, einen geeigneten Ort einzurichten und eine Zeit zu finden, die zum eigenen Rhythmus passt. Wichtig sind auch Absprachen oder Entscheidungen, sich nicht ablenken zu lassen.
Gruppen im Bistum St.Gallen
Im Bistum St.Gallen können sich vier Gruppen bilden – je eine in St.Gallen, Wil, Speicher und Benken. In den kommenden Wochen werden in allen vier Orten Infoveranstaltungen und Einführungsanlässe durchgeführt:
Gruppe St.Gallen:Infoanlass am Samstag, 23. August, in der Schutzengelkapelle St.Gallen
Gruppe Wil: Infotreffen am Mittwoch, 27. August, im Pfarreizentrum Wil
Gruppe Speicher: Infoabend mit Einführung ins Thema und Gestaltung der Exerzitien am Mittwoch, 22. Oktober
Gruppe Benken: Info-Treffen am Mittwoch, 5. November, im Pfarreiheim Benken
Kurz und knapp erklärt
Auf YouTube erklärt Hildegard Aepli in kurzen Clips, was die Exerzitien sind, was es mit Madeleine Delbrêl auf sich hat und weshalb sie zu einer geistlichen Begleitung rät.
1. Clip: Grosse Exerzitien im Alltag 2025/2026
2. Clip: Madeleine Delbrêl und das Begleitbuch
3. Clip: Geistliche Begleitung, warum?
