Der Eidgenössische Bettag ist offiziell auch ein Buss- und Danktag. In besonderer Weise möchte man Gott danken für Heimat und Vaterland, für all das Gute, das wir jeden Tag empfangen dürfen. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass es uns in der Schweiz so gut geht, freilich nicht allen in gleicher Weise. Das Fastenopfer und andere Institutionen laden uns regelmässig ein, mit jenen zu teilen, die unter anderen Verhältnissen leben müssen, dort, wo Krieg, Elend und grosse Not herrscht.
Auch im eigenen Land sind manche Mitmenschen auf materielle Hilfe angewiesen, für sich selber oder für ihre Gemeinschaft, in der sie leben. Das ist keineswegs neu. Deshalb haben einsichtige und sozial denkende Laien schon vor bald 150 Jahren das Solidaritätswerk der Inländischen Mission (IM) ins Leben gerufen. Diese ist 1863 gegründet worden, damit in Diaspora- und in schwach besiedelten Regionen Kirchen oder Kapellen gebaut und die Seelsorger wenn auch in bescheidenem Rahmen besoldet werden können.
Heute braucht es kaum mehr neue Kirchen. Aber viele, nicht einfach Baudenkmäler, benötigen dringend eine Restaurierung, damit sie weiterhin für die Seelsorge gebraucht werden können. An manchen Orten, wo es keine oder nur geringe Kirchensteuererträge gibt, fehlen zudem die finanziellen Mittel, um wichtige Seelsorgeaufgaben und eine würdige Seelsorgerunterstützung zu ermöglichen. Diese Gemeinden/Pfarreien sind auf fremde Hilfe angewiesen. Für sie ist die Inländische Mission geschaffen. Sie hilft nach ihren Möglichkeiten, damit eine lebendige Seelsorge erhalten bleibt, welche den Menschen Halt und Orientierung vermittelt. Die IM kann das jedoch nur soweit tun als ihr immer wieder die dafür erforderlichen Mittel zufliessen.
Damit die Inländische Mission in naher und fernerer Zukunft diese Hilfe weiterführen kann, braucht sie selber die nötige Unterstützung. Deshalb wird wie eh und je am Bettag als Akt der Solidarität der Katholiken in der Schweiz um ein grosszügiges Opfer gebeten. Wo dies aus wichtigen Gründen nicht möglich ist, soll ein anderes geeignetes Datum, z.B. der Sonntag vor- oder nachher, für diese Kollekte reserviert werden.
Die Bischöfe und das kleine Team der IM in Zug danken für das bisher erhaltene Wohlwollen und bitten auch in diesem Jahr um eine grosszügige Gabe. Allen, die mithelfen, damit es dazu kommt, sei herzlich gedankt.
Freiburg, im Juli 2011
Die Schweizer Bischöfe