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29.12.2015

Abschied

Bischofs-Stellvertreter P. Josef Rosenast tritt zurück

Weiterhin im Alpstein tätig

Bistum St. Gallen: Bischofs-Stellvertreter P. Josef Rosenast tritt zurück

Generalvikar P. Josef Rosenast (65) wird eine neue Aufgabe angehen. Per 1. Januar 2016 übergibt der Stellvertreter von Bischof Markus Büchel nach 12 Jahren sein Amt an den bisherigen Regens Guido Scherrer. „Ausplampen“ ist nicht sein Ding, „ich bin bis zum letzten Tag ausgebucht“, sagt der Pallottiner-Pater schmunzelnd.

Als Generalvikar (GV), Mitglied der Bistumsleitung (Ordinariatsrat) und im Domkapitel war er zuständig für viele Arbeitsbereiche in- und ausserhalb des Bistums. Seine wesentliche Aufgabe sah er darin, Bischof Markus zu entlasten und ein positives Bild von der Kirche in den drei Bistumskantonen St. Gallen, Appenzell-Inner- und –Ausserrhoden zu vermitteln. „Dabei hilft, dass wir einen guten, den Menschen nahen Bischof haben“, sagt er und spricht Klartext: „Ich bin oft von schweizerischen Sitzungen wieder sehr gern zurück nach St. Gallen gefahren“. Unter anderem war er in der DOK (Deutschschweizer Ordinarienkonferenz), die aus den deutschsprachigen Bischöfen und Generalvikaren besteht. Hier erlebte Rosenast regelmässig dornige Seiten der Schweizer Kirche.

Klöster und Seelsorgeeinheiten

Wichtig war dem Ordensmann der Kontakt mit den Frauenklöstern, die vom Bischof visitiert und von seinem Stellvertreter sowie dem Kanzler des Bistums begleitet werden. Der Generalvikar führte alle drei Jahre die Wahlen der Oberinnen durch und diskutierte mit den Schwestern über die Zukunftsplanung der kleiner werdenden Gemeinschaften. In Notfällen wie der Überschwemmung des Klosters Altstätten war er rasch vor Ort um zu helfen.
Alle fünf Jahre werden die Pfarreien/Seelsorgeeinheiten visitiert. Der GV führte viele Gespräche. „Mein Hauptziel war nicht die Kontrolle und ausführlichste Berichte, sondern Wertschätzung, Ermunterung und Hilfestellung bei offenen Fragen“, betont er. In seinem Amt hat P. Josef Rosenast geschätzt 12‘000 jungen Menschen die Firmung gespendet. Angesprochen auf die Erhöhung des Firmalters auf 18 Jahre, gerät er ins Schwärmen und erzählt von intensivsten Gesprächen mit den Jugendlichen. „Und das in einem Alter, in dem viele kaum mehr mit Kirche zu tun hatten“, sagt er und doppelt nach: „Nie mehr zurück zur Kinderfirmung!“.

Neue Vielfalt, neue Herausforderungen

Nicht immer einfach war die Zuständigkeit für die Anderssprachigen-Seelsorge. Ziel ist, dass die Anderssprachigen-Gemeinden und ihre Seelsorger sich mehr ins kirchliche Leben der Bistumspfarreien einbinden. „Ohne ihre Identität und ihre Bräuche aufgeben zu müssen, aber hinaus aus dem Ghettohaften“, zeichnet Josef Rosenast ein anschauliches Bild für die Situation. Das sei wesentlich zugunsten der Integration und zugunsten der zweiten, dritten oder vierten Generation, die in beiden Welten zuhause sei. Der GV verschweigt nicht, dass ihm hier öfter ein kalter Wind ins Gesicht blies. Von lange existierenden Gruppen wie den Italiener-, Spanier- oder Portugiesengemeinden ist eine Offenheit für die neuen Sprachgruppen wie beispielsweise Eritreer, Chinesen oder Vietnamesen gefordert. Die neue Vielfalt hat auch finanzielle Auswirkungen, die Alteingesessenen müssen teilen.  
Pater Josef war weiter in vielen Kommissionen tätig, beispielsweise für die Hilfswerke Miva (Transportmittel für Entwicklungsgebiete), Missio (Sternsinger-Aktion) oder als Präsident von Fidei Donum, ein Verein der im Ausland tätige Schweizer Seelsorgende finanziell und ideell unterstützt und betreut. Er wünscht sich ein „missionarisches Kirche-Sein in der Schweiz“. Tönt das nicht „verstaubt“? „Nein, es ist brandaktuell“, betont Josef Rosenast. „Wenn wir unsere eigene Religion kennen und unser Christ-Sein begeistert leben, müssen wir beispielsweise keine Angst vor dem Islam haben“. Aus seinem Erzählen ist spürbar, wie wichtig ihm viele Aufgaben geworden sind. Nicht vermissen wird der Pallottiner die administrativen Arbeiten. Sie sind über all den Terminen regelmässig liegengeblieben.

Zurück an die Basis?

Als GV blieb er Seelsorger, beispielsweise als Taufspender oder Hochzeitspriester, auch wenn dafür eigentlich die Zeit fehlte. Führt der Weg zurück in die Basis-Seelsorge? P. Josef Rosenast plant die Zukunft in Absprache mit seinem Provinzial P. Adrian Willi. In einem Alter, in dem andere in Pension gehen, hat er diverse neue Ideen. Als mitarbeitender Priester in einer Seelsorgeeinheit tätig zu sein wäre, in Kombination mit einer Aufgabe bei den Pallottinern, eine Option. Oder ein Neustart mit einer experimentellen Gemeinschaft, oder Seelsorge in irgendeinem Bereich, der ausserhalb der sogenannt Praktizierenden liegt

Einen grossen Traum lebt er seit Jahren so oft es geht: Alpsteinseelsorger zu sein, Gottesdienste zu feiern auf der Meglisalp, der Seealp, dem Kronberg, der Schwägalp, im Wildkirchli. Das gehört, sofern möglich, fix zu seiner weiteren Zukunftsplanung.

Generalvikar P. Josef Rosenast wird in den Gottesdiensten am 2./ 3. Januar 2016 in der Kathedrale verabschiedet. Nach dem 11-Uhr-Gottesdienst am Sonntag, 3. Januar 2016 gibt es für alle eine Dreikönigskuchen-Teilete mit Apéro im Dekanatsflügel.

Bild: P. Josef Rosenast. Bildautor: Bistum St. Gallen/Regina Kühne

 

 

 

Zur Person

Generalvikar Josef Rosenast (1950) ist in Appenzell geboren und aufgewachsen. Er studierte Philosophie und Theologie in Fribourg und Rom. Als Pallottiner war er tätig in vielfältigen Seelsorge- und Leitungs-Aufgaben. Bevor er von Bischof Ivo Fürer zum Generalvikar berufen wurde, war Pater Josef Rosenast Pfarrer im Seelsorgeverband Niederhelfenschwil - Zuckenriet - Lenggenwil und Dekan im Dekanat Gossau, sowie Feldprediger im FAK4 und in Hochgebirgskursen.

 

 

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